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Wie lässt sich die Spermienqualität auf natürliche Weise verbessern?

Cómo mejorar la calidad del esperma de forma natural

Wenn sich der Kinderwunsch über Monate hinweg nicht erfüllt, kommen bei vielen Paaren früher oder später Fragen und Unsicherheiten auf. Oft steht dabei die Sorge im Raum, ob vielleicht etwas nicht so funktioniert, wie es sollte. In zahlreichen Fällen liegt der Grund für das Ausbleiben der Schwangerschaft tatsächlich in der Spermienqualität. Und genau hier gibt es gute Nachrichten: Dieser Faktor lässt sich häufig positiv beeinflussen.

Ein zentraler Punkt ist die Frage, wie sich der Lebensstil auf die Gesundheit des Spermas auswirkt. Ernährung, Stresslevel, Schlaf, Bewegung und bestimmte Gewohnheiten haben einen direkten Einfluss auf die Spermienqualität. Bereits kleine Veränderungen im Alltag können spürbare Effekte haben und dazu beitragen, Beweglichkeit, Form und langfristig auch die Anzahl der Spermien zu verbessern.

Wenn Sie sich ein Kind wünschen, hilft Ihnen dieser Leitfaden dabei, die möglichen Ursachen besser zu verstehen und zu erfahren, was Sie konkret tun können, um die Spermienqualität auf natürliche und nachhaltige Weise zu fördern.

Was versteht man unter Spermienqualität?

Wenn von Spermienqualität die Rede ist, geht es um verschiedene Parameter, die die Zeugungsfähigkeit des Spermas beurteilen. Diese Kriterien orientieren sich an den Referenzwerten der Weltgesundheitsorganisation (WHO, 2021) und geben Aufschluss darüber, wie gut die Voraussetzungen für eine natürliche Befruchtung sind. Zu den wichtigsten Faktoren gehören unter anderem:

  • Spermienkonzentration: Sie beschreibt die Anzahl der Spermien im Ejakulat. Liegt die Konzentration unter 16 Millionen Spermien pro Milliliter oder unter 39 Millionen Spermien pro Ejakulat, kann dies die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft deutlich verringern. Grundsätzlich gilt: Je höher die Anzahl der Spermien im Ejakulat, desto größer ist die Chance, dass eine Samenzelle die Eizelle erreicht und befruchtet. Ist die Spermienzahl vermindert, spricht man von einer Oligozoospermie.

  • Spermienbeweglichkeit: Sie beschreibt die Fähigkeit der Spermien, sich aktiv durch den Gebärmutterhals, die Gebärmutter und die Eileiter fortzubewegen, um die Eizelle zu erreichen. Eine normale Samenprobe weist eine Gesamtbeweglichkeit (progressiv + nicht progressiv) von mindestens 42% oder eine progressive Beweglichkeit von mindestens 30% auf. Liegt die Beweglichkeit der Spermien unter diesen Referenzwerten, spricht man von einer Asthenozoospermie.

  • Morphologie: Damit ist die Form der Spermien gemeint, also Kopf, Mittelstück und Schwanz, die entscheidend dafür ist, ob ein Spermium grundsätzlich in der Lage ist, eine Eizelle zu befruchten. Auch wenn die Morphologie in der Regel weniger ausschlaggebend ist als die Anzahl oder die Beweglichkeit der Spermien, gilt: Je höher der Anteil normal geformter Spermien, desto größer sind die Chancen auf eine Schwangerschaft. Als normal gelten Spermien mit einem oval geformten, glatten Kopf, einem schlanken Mittelstück und einem gleichmäßig ausgebildeten Schwanz. Liegt der Anteil dieser normal geformten Spermien unter 4%, spricht man von einer Teratozoospermie.

  • Samenvolumen: Als normal gilt ein Ejakulatvolumen von etwa 1,4 bis 5–6 Millilitern pro Ejakulation. Dabei ist wichtig zu wissen, dass das Volumen unter anderem von der Häufigkeit der Ejakulationen beeinflusst wird: Je öfter ejakuliert wird, desto geringer fällt das Volumen aus. Umgekehrt nimmt es mit längerer sexueller Abstinenz in der Regel zu.

Diese und weitere Parameter werden im Rahmen eines Spermiogramms untersucht. Dabei handelt es sich um die grundlegende Untersuchung zur Beurteilung der männlichen Fruchtbarkeit und der Samenqualität.

Wie beeinflussen Lebensgewohnheiten die Spermienqualität?

Wie der Lebensstil die Spermienqualität beeinflusst, ist ein entscheidender Faktor, der häufig unterschätzt wird. Sie wird nicht nur durch genetische Faktoren bestimmt. Auch Ernährung, Stress, Bewegung und alltägliche Gewohnheiten wirken sich direkt auf die Gesundheit der Spermien aus. Wer diese Zusammenhänge kennt, kann besser verstehen, was die männliche Fruchtbarkeit beeinträchtigt und welche Veränderungen die Ergebnisse eines Spermiogramms positiv beeinflussen können:

🚬

Rauchen

Verringert Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie der Spermien und erhöht zusätzlich die Fragmentierung der Spermien-DNA. Idealerweise sollte vollständig darauf verzichtet werden.

🍷

Alkoholkonsum

Übermäßiger Alkohol senkt die Testosteronproduktion und verschlechtert die Samenqualität. Ein möglichst vollständiger Verzicht ist empfehlenswert.

🍔

Nährstoffarme Ernährung

Eine Ernährung mit vielen gesättigten Fetten und stark verarbeiteten Lebensmitteln steht in Zusammenhang mit einer geringeren Spermienqualität.

😰

Chronischer Stress

Beeinträchtigt die Hormonproduktion, kann die Spermienbeweglichkeit reduzieren und sich negativ auf die Libido auswirken.

⚖️

Übergewicht

Überschüssiges Bauchfett begünstigt die Umwandlung von Testosteron in Östrogene und stört dadurch die Spermienproduktion.

🏃

Bewegungsmangel

Moderates Training fördert die Durchblutung und kann die Samenqualität verbessern. Extremes oder übermäßiges Training kann jedoch gegenteilige Effekte haben.

🔥

Wärmeeinwirkung

Häufige heiße Bäder, Saunagänge, das Tragen des Handys in der vorderen Hosentasche oder sehr enge Kleidung erhöhen die Hodentemperatur und verschlechtern die Samenqualität.

💊

Freizeitdrogen

Substanzen wie Cannabis, Kokain oder anabole Steroide schädigen die Spermatogenese erheblich. Ein vollständiger Verzicht ist daher dringend anzuraten.

Wie lässt sich die Beweglichkeit der Spermien verbessern?

Auch die Spermienmorphologie, also die Form und strukturelle Beschaffenheit der Spermien, kann sich durch gezielte Veränderungen der Lebensgewohnheiten positiv entwickeln. Folgende Maßnahmen können dazu beitragen, die Spermienqualität auf natürliche Weise zu verbessern:

  • Ernähren Sie sich reichhaltig mit Omega-3-Fettsäuren, wie sie in fettem Seefisch, Walnüssen oder Chiasamen enthalten sind. Sie spielen eine wichtige Rolle beim Aufbau stabiler Zellmembranen.
  • Nehmen Sie antioxidantienreiches Obst und Gemüse zu sich, denn Antioxidantien schützen die Spermien vor oxidativem Stress und tragen dazu bei, Schäden an der Spermien-DNA zu reduzieren.
  • Vermeiden Sie den Kontakt mit Pestiziden und Chemikalien und entscheiden Sie sich nach Möglichkeit für Bio-Lebensmittel.
  • Schränken Sie den Alkoholkonsum ein, da Alkohol die Bildung und Reifung der Spermien beeinträchtigen kann.

Wichtig zu wissen: Die Spermatogenese, also der gesamte Prozess der Spermienbildung, dauert etwa 74 Tage. Positive Veränderungen im Lebensstil zeigen sich daher meist erst nach zwei bis drei Monaten messbar in der Spermienqualität.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen und die Spermien untersuchen lassen?

Wenn Sie seit mehreren Monaten versuchen, schwanger zu werden, ist es sinnvoll, die Unsicherheit nicht länger hinauszuzögern und eine fachärztliche Abklärung vorzunehmen. Dabei ist wichtig zu wissen, dass männliche Unfruchtbarkeit häufiger eine Rolle spielt, als oft angenommen wird: Rund 40% der Fälle von unerfülltem Kinderwunsch haben ihren Ursprung beim Mann.

Wann wird empfohlen, die Spermienqualität untersuchen zu lassen?

Eine Beurteilung der Spermienqualität ist insbesondere in folgenden Situationen sinnvoll:

  • Sie versuchen seit mehr als einem Jahr, schwanger zu werden (oder seit sechs Monaten, wenn die Frau über 35 Jahre alt ist).
  • Es bestehen Vorerkrankungen wie hormonelle Störungen, Varikozele, frühere Hodenverletzungen oder Infektionen.
  • Es liegen Veränderungen der sexuellen Funktion vor, zum Beispiel verminderte Libido oder Probleme mit Erektion oder Ejakulation.
  • Sie möchten ganz bewusst den eigenen Fertilitätsstatus kennen, bevor Sie versuchen schwanger zu werden.

Bei Tambre verfügen wir über ein eigenes andrologisches Labor. Dadurch können wir die Spermienqualität sehr detailliert analysieren und in vielen Fällen die Ursachen männlicher Unfruchtbarkeit gezielt behandeln, häufig ohne auf Spendersamen zurückgreifen zu müssen.

Dazu führen wir bereits beim ersten Termin eine komplette Untersuchung durch. Diese umfasst:

  • Eine ausführliche Anamnese sowie die Besprechung der Lebensgewohnheiten.
  • Blutanalysen.
  • Ein Spermiogramm zur Beurteilung von Anzahl, Beweglichkeit und Morphologie der Spermien.
  • Ergänzend weitere Untersuchungen je nach medizinischer Indikation, zum Beispiel die Analyse der DNA-Fragmentierung der Spermien, FISH-Test, Samen-und Urinkulturen.
  • Die Kryokonservierung der Samenprobe, falls der Mann am Tag der Behandlung nicht persönlich in der Klinik sein kann oder außerhalb Spaniens lebt.

Welche ergänzenden Untersuchungen können zur Beurteilung der männlichen Fruchtbarkeit beitragen?

Ergänzend zum Spermiogramm und abhängig von der individuellen Situation kann bei Tambre die Abklärung der männlichen Fruchtbarkeit durch moderne, spezialisierte Untersuchungen erweitert werden. Dazu zählen unter anderem:

  • Comet Fertility zur Analyse der Fragmentierung der Spermien DNA.
  • Chromosperm und FISH-Test zur Beurteilung chromosomaler Veränderungen der Spermien.
  • Hormonanalysen.
  • Hodenbiopsie, sofern medizinisch erforderlich. Dabei handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, bei dem Spermien direkt aus dem Hoden gewonnen werden, wenn im Ejakulat keine Spermien nachweisbar sind. Diese Methode ermöglicht es Männern mit Azoospermie, nach Vasektomie oder bei einem Verschluss der Samenleiter, mithilfe einer IVF-Behandlung Vater mit den eigenen Gameten zu werden.

Unser Team aus Urologie, Endokrinologie und Andrologie arbeitet eng und interdisziplinär zusammen, um die Ursachen der männlichen Infertilität präzise zu identifizieren. Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse trifft das medizinische Team für jeden Patienten individuelle und gezielt abgestimmte Therapieentscheidungen.

Häufig gestellte Fragen zur Verbesserung der Spermienqualität

Welche Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel können die Spermienqualität verbessern?
Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit einem hohen Anteil an Antioxidantien aus Obst und Gemüse, Omega-3-Fettsäuren aus fettreichem Fisch und Nüssen sowie ausreichend Zink kann sich positiv auf die Spermienqualität auswirken. Die mediterrane Ernährung gilt hier als besonders empfehlenswert.

Nahrungsergänzungsmittel: Unter ärztlicher Begleitung können Präparate wie Coenzym Q10, L-Carnitin, Zink oder Selen in Betracht gezogen werden. Studien zeigen, dass diese Substanzen sich günstig auf Beweglichkeit, Konzentration und Morphologie der Spermien auswirken können.
Wie lange dauert es, bis sich die Spermienqualität durch Veränderungen des Lebensstils verbessert?
Eine Verbesserung stellt sich nicht sofort ein, da die Spermienproduktion einem natürlichen Zyklus folgt. Die Spermatogenese, also die vollständige Entwicklung eines Spermiums, dauert etwa 74 bis 90 Tage, also rund drei Monate.

Das bedeutet, dass positive Anpassungen des Lebensstils, wie beispielsweise der Verzicht auf Nikotin, eine ausgewogenere Ernährung oder eine Einschränkung des Alkoholkonsums, über einen Zeitraum von mindestens zwei bis drei Monaten konsequent umgesetzt werden sollten, damit sie messbare Auswirkungen auf die Spermienqualität haben. Aus diesem Grund wird empfohlen, etwa drei Monate abzuwarten, bevor ein erneutes Spermiogramm durchgeführt wird, um den Einfluss dieser Veränderungen zuverlässig beurteilen zu können.
Welche Normalwerte gelten laut WHO für ein Spermiogramm?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) legt in der 6. Ausgabe ihres Referenzhandbuchs aus dem Jahr 2021 folgende Normalwerte (untere Referenzgrenzen) fest:

Volumen: ≥ 1,4 mL
Konzentration: ≥ 16 Millionen/mL
Progressive Motilität: ≥ 30%
Morphologie: ≥ 4% normal geformte Spermien
Vitalität: ≥ 54% lebende Spermien

Diese Referenzwerte dienen als Orientierung. Die individuelle Bewertung eines Spermiogramms sollte jedoch stets durch eine Fachärztin oder einen Facharzt erfolgen.
Kontaktieren Sie Tambre, wenn Sie Klarheit über Ihre Spermienqualität wünschen und wissen möchten, welche realistischen Möglichkeiten es für Ihre individuelle Situation gibt. Diese reichen von Anpassungen der Lebensgewohnheiten bis hin zu modernen Methoden der assistierten Reproduktion wie der künstlichen Befruchtung oder der In-vitro-Fertilisation (IVF) und als letzte Möglichkeit auch die Gametenspende.